20 April 2005

Geburtstagsballade!

Leider will es mir nicht gelingen
Mein Glückwunschbild hier drauf zu zwingen,
Weshalb - mit oder ohne Lust -
Du die Datei erst öffnen musst.

Dies Bild bring ich dem Jubilar
Als Happy Birthday-Gabe dar,
Und lege es mit lieben Grüßen
Dem Freund und Schwiegersohn zu Füßen.

Dein neues Lebensjahr erhellt
Ein Ausflug in die Neue Welt,
Hier geht's - knapp an New York vorbei -
Nach New Jersey zur Käserei.

Brie, Tete de Moine und Camembert,
Ricotta, Gouda und Gruyère,
Nicht zu vergessen Appenzeller
Schmücken hier täglich Deinen Teller.

Dazu kredenzt Amerika
Schwersten Bordeaux aus Florida:
Trocken und erdig arrondiert,
Von Bush himself! gar degustiert.

Milch fließt in allen Varianten:
In Frucht-Shakes und in eklatanten
Ice-creams und Coupes für jede Wahl,
In Joghurt-Sorten ohne Zahl.

Wie anderswo höchstens in Träumen
Wächst Schokolade hier an Bäumen,
Und Dir wird stündlich anbefohlen,
Sie emsig dort herab zu holen.

Im Stalle lagern ein paar Kühe,
Die liefern ohne große Mühe
Und jederzeit - Gewehr bei Fuß -
Nicht Milch, sondern Vanille-Mousse.

Im Gegensatz zu ihren Schwestern,
Auf welche sie hochmütig lästern,
Als Auserlesene sind sie
Produkt der Gentechnologie.

Der Frühstückstisch entbehrt der Worte;
Die sieben Zentner schwere Torte
aus Topfen, Cremes und Mascarpone
Ruht würdevoll auf ihrem Throne,

Mit Früchten, Nüssen, Schlag garniert,
Und von Biskotten rings flankiert,
Diese gedacht als Stützgerippe,
Damit das reiche Werk nicht kippe.

Natürlich stellt sich stets die Frage:
Was meint zu solch Genuss die Waage?
Jene im Camp antwortet schlicht:
"Relax! Noch bist Du am Gewicht!"

Nach hundertachtzig Tagen dann
Kommt Dich das große Trauern an,
Zu trennen Deine zarten Bande,
Geknüpft an die Schlaraffenlande.

Die Abschiedsstunde naht im Nu,
Schon steuerst Du dem Check-point zu.
Allein, hier bringt man schonend bei,
Dass Millonig zu lastend sei,

Um einen Sitz nur zu belegen;
Zwei braucht er, seiner Pfunde wegen,
Woran naturgemäß gekoppelt,
Dass sich der Flugpreis nun verdoppelt.

In Wien prüfst Du erneut die Lage
Und stellst Dich wieder auf die Waage.
Erblassend kannst Du es nicht fassen:
Die Wage hier scheint Dich zu hassen!

Wieviel sie wirklich angezeigt
– in einer Zahl – darüber schweigt
Aus Freundschaft und Verhaltenheit
Des müden Sängers Höflichkeit.

Doch nimm’s nicht ernst, lieber René,
Das ist doch alles nur ein Schmäh.
Stets sei Dein Leben reich wie Butter,
Dies wünscht Dir Deine Schwiegermutter!

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